Ukraine/Karpaten

Eigentlich wollten wir den Frühling in den Karpaten genießen! Wilde Narzissenfelder, Apfelbäume weiß wie ein Hochzeitskleid, satte Bergwiesen! Es kam aber Schnee – lange und zuhauf. Der Schnee lag auf den Narzissenfeldern, auf blühenden Apfel- und Kirschbäumen, und auf Bergwiesen, von denen wir nun nicht sagen konnten, ob sie satt waren oder nicht. Alles war weiß und für April  matschig. Unter dem Schnee, besonders auf den Straßen und Wegen, stand knöchelhoch Wasser. Die Route jedoch stand fest – nur keine Schwäche zeigen.

Wir waren zu viert – unser Bergleiter, ein junger Mann von Ende 20, ein Mädchen aus Israel und wir zwei. Wanderschuhe und Füße waren nach kurzer Laufzeit pitschnass. Der unbekümmertste unter uns war natürlich unser Bergführer: Er trug keine Wanderschuhe, sondern nur leichte Stoff-Laufschuhe. Sie waren im Nu nass, deshalb sprang er nicht von einer (angeblich) trockenen Stelle zur anderen, sondern stapfte gerade durch die Mitte des Schneeschlamms.

Zu Hause trockneten seine Schuhe auch im Nu.

Es gibt keinen Nachteil ohne einen Vorteil, habe ich daraus gelernt.

Früher war ich in den Karpaten sowohl im Sommer als auch im Winter, aber die Frühlings-Karpaten 2017 bleiben ewig im Gedächtnis!